Berühmt sein

Voltaire schrieb einmal: "Als ich noch nicht berühmt war, betete ich jeden Abend zu Gott: 'Mach mich berühmt. Ich bin ein Niemand, darum lass etwas aus mir werden!'

Dann wurde ich berühmt und dann fing ich an zu beten: 'Jetzt ist es genug! Lass mich wieder ein Niemand sein!' Früher ging ich durch die Strassen von Paris, aber keiner beachtete mich und ich war ganz traurig. Keiner beachtete mich - es war, als ob ich gar nicht existierte. Ich ging in die Restaurants und kam wieder heraus, aber keiner, nicht mal der Kellner, beachtete mich..... Dann wurde ich berühmt", schreibt er, "und von da an wurde es schwierig, auf die Strasse zu gehen, weil ich immer von Menschen umringt war. Es wurde schwierig, irgendwohin zu gehen. Es wurde schwierig, ins Restaurant zu gehen und in Ruhe zu speisen. Immer scharte sich eine Menschenmenge um mich."

Es kam ein Zeitpunkt, da es ihm fast unmöglich wurde, aus dem Haus zu gehen. In jenen Tagen herrschte in Paris, in Frankreich, der Aberglaube, dass es Glück bringt, wenn man ein Stück Stoff von einer Berühmtheit ergattert und daraus ein Amulett macht. Überall, wo er hinkam, rissen ihm die Leute die Kleider vom Leib, bis er fast nackt war. Und sie fügten auch seinem Körper Verletzungen zu. Wenn er aus einer anderen Stadt nach Paris zurückkehrte oder wenn er verreisen wollte, brauchte er Polizeischutz.

Also betete er: "Ich war im Irrtum. Mach wieder einen Niemand aus mir, denn ich kann mir nicht mal den Fluss anschauen gehen, ich kann nicht mal den Sonnenaufgang anschauen gehen, ich kann nicht in die Berge gehen. Ich kann mich nicht mehr frei bewegen. Ich bin ein Gefangener."