Matthias Horx

Anleitung zum Zukunftsoptimismus

 

Zitate und Kostproben aus dem Buch zu brandaktuellen Themen:  

 

Globalisierung

Globalisierung verlangt allen beteiligten Parteien massive Wandlungsprozesse ab. Das gilt für die Gesellschaften der "Dritten Welt", die in den Bannkreis des Eigentümerrechts und der demokratischen Institutionen gezwungen werden und ihre Kulturmodelle anpassen müssen. Es gilt aber auch und gerade für die privilegierten Spät-Industrienationen des Westens.

Damit aus der Wanderung der Kapitalströme kein negatives oder Nullsummenspiel wird, müssen wir im Westen uns schneller vom traditionellen Industriemodell verabschieden, als uns vielleicht lieb ist. Während die industriellen Arbeitsplätze nach Fernost abwandern, müssen wir unseren Strukturwandel vorantreiben. Wir werden von der Globalisierung nicht "aus dem Haus", sondern "die Treppe hochgetrieben" - in die Wissens-ökonomie, in der die Kräfte des Geistes, des Wissens, des Designs, der komplexen schöpferischen Arbeit die Spielregeln bestimmen.

Dafür müssen wir uns anstrengen, verdammt! Und das ist nur gerecht!"

 

 

Klimakatastrophe

Die Zivilisation besteht aufgrund der Duldung der Geologie - fristlose Veränderung vorbehalten.

                                                                     Will Durant

Die Klimaveränderung setzt unsere Technologien einem starken Evolutionsdruck aus. Bestimmte Exzesse des Energieverbrauchs und der Substanzfreisetzungen, wie sie in der industriellen Episode auftraten, werden beendet, technologische Transformations-prozesse beschleunigt. All dies führt zu „smarteren“ energetischen Prozessen. Innerhalb dieses Jahrhunderts können wir nahezu kohlendioxidfreie Fortbewegungsmittel erfinden und nutzbar machen. Und unsere Lebensweise in vielen Faktoren effektiver gestalten.

Der Klimawandel, wie heftig er auch ausfallen wird, ist keine finale Bedrohung, sondern nur eine von den vielen Herausforderungen und evolutionären Wachstumsreizen auf dem langen, turbulenten Weg der Menschheit.

 

 

Fragen an Matthias Horx

 

Arbeit

 

Wird uns die Arbeit ausgehen?

Nein, niemals. Aber die Arbeitswelt wird sich weiterhin radikal verändern. Es wird mehr Selbständige und mehr Service-Provider geben.

 

Werden wir jemals wieder Vollbeschäftigung erreichen?

Nein, eine Sockelarbeitslosigkeit von 5 bis 10% scheint sich einzupendeln. Es gibt immer Verlierer, die sich selber nicht zu helfen wissen. Vollbeschäftigung ist ein Mythos, der bisher nur sehr selten eingetroffen ist (Wirtschaftsboom 1960 – 1975).

 

Was soll ein junger Mensch lernen, damit er zukunftsfähig ist?

Das Konkrete spielt eine eher untergeordnete Rolle. Zuerst eine gute Allgemeinbildung. Dann kommt in einer globalisierten Welt den Fremdsprachen (Weltsprache Englisch) eine zunehmende Bedeutung zu. Jeder Einzelne soll vor allen Dingen seine Andersartigkeit trainieren und ausprägen. Jeder hat mit jenen Fähigkeiten die besten Chancen, die er selbst am besten beherrscht.

 

 

Wohlstand

 

Werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher?

Nein, das Gerücht der „ständig steigenden Armut“ ist in seinem Kern ein klassisches Wahrnehmungsproblem.

Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat eine so grosse Anzahl Menschen so schnelle Wohlstandsschübe erlebt.

 

 

Kriege und Katastrophen

 

Wird sich die Menschheit durch Krieg selber zu Grunde richten?

Nein. Krisen sind Chancen. Durch Krisen entstehen neue Problemlösungsstrategien, neue Technologien und neue Trends. Krisen fördern letztendlich den Ueberlebenswillen und die Innovationskraft.

 

Wird es zur Klimakatastrophe kommen?

Nein.

 

 

 

Zukunftsoptimismus

 

Ihnen wird öfter blauäugiger Zukunfts-Optimismus vorgeworfen. Was sagen Sie dazu?

Ich fühle mich weder als Optimist noch als Pessimist, sondern als Possibilist. „Ich bin Skeptiker, also kann ich kein Pessimist sein”, hat Milan Kundera einmal formuliert.

Als Zukunftsforscher versuche ich allerdings dazu beizutragen, dass wir von den ständigen Angst- und Befürchtungsmustern zu Imaginations- und Kooperationsfragen kommen. Die Apokalypse, der Untergang, ist letztendes eine infantile, umgekehrte Größenwahn-Phantasie, die uns jeglicher Verantwortung entledigt. Um es mit Carl Zuckmayer auszudrücken:

 

„Die Welt ist nicht gut,

aber sie kann immerhin besser werden!”

 

 

 


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Seine Visionen, seine Bücher, seine Familie, sein neues Haus:

 

Matthias Horx